Simlock

Der Simlock (auch „SIM-Lock“ geschrieben) ist ein Beschränkungscode zur Sperrung von Mobilfunkgeräten für bestimmte SIM-Karten. Mit einem Simlock versehene Geräte – in der Regel im Rahmen von Prepaid-Verträgen erworbene Handys und Smartphones – sind demnach an einen Anbieter und dessen Konditionen gebunden. Die Sperrung dient den Anbietern und Netzbetreibern somit als Instrument zur Kundenbindung, deren Ziel es ist, auszuschließen, dass der Kunde mit seinem vergünstigten Mobilfunkgerät innerhalb der Vertragslaufzeit einen anderen Tarif oder gar die SIM-Karte eines anderen Anbieters nutzt. Bevor der Kunde zur günstigeren Konkurrenz überläuft, soll sich das subventionierte Handy oder Smartphone für den Mobilfunkbetreiber zunächst durch die Tarfifbindung amortisieren, was in der Regel 12 oder 24 Monate dauert. Währenddessen bleibt dem Kunden nichts anderes übrig als die SIM-Karte seines Anbieters und demnach dessen Tarif zu nutzen. Ein Simlock kann die Nutzung des Mobilfunkgerätes jedoch nicht nur auf einen Anbieter beschränken, sondern auch eine Bindung an ein bestimmtes Mobilfunknetz zur Folge haben.

Welche Simlock-Arten gibt es?

Der totale Simlock hat zur Folge, dass der Mobilfunkkunde an einen bestimmten Anbieter und dessen Konditionen gebunden ist. Der Provider koppelt in diesem Fall das  Vertragshandy bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags an die Nutzung einer ganz bestimmten SIM-Karte. Die Nutzung der SIM-Karte eines anderen Anbieters – auch bei gleicher Netzzugehörigkeit – ist demnach ausgeschlossen. Diese spezielle SIM-Karte kann bei Verlust auch nicht durch eine beliebig andere Karte ersetzt werden. Der Dienstanbieter oder Netzbetreiber stellt in einem solchen Fall eine identische SIM-Karte aus.

Bei der gängigsten Simlock -Variante – dem sogenannten Netlock – wird das vom Mobilfunkprovider erhaltene Mobilfunkgerät auf die Nutzung eines bestimmten Mobilfunknetzes beschränkt. Hier steht die Netzzugehörigkeit im Vordergrund. SIM-Karten anderer Anbieter, die das Netz desselben Netzbetreibers nutzen, können also verwendet werden. Für SIM-Karten, die nicht zum selben Mobilfunknetz gehören, ist das Handy oder Smartphone dann gesperrt.

Neben dem totalen Simlock, der das Mobilfunkgerät nur mit einer bestimmten SIM-Karte nutzbar macht und dem Netlock, welcher das Handy oder Smartphone an ein bestimmtes Netz bindet, gibt es noch den Simlock für Länder, der die Nutzung des Mobilfunkgerätes auf SIM-Karten aus bestimmten Länder oder Ländergruppe beschränkt sowie den ID- Simlock, welcher die Identifikationsmöglichkeit des Nutzers durch eine Handykamera voraussetzt.

Kann man einen Simlock entfernen?

Nach 2 Jahren oder nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit kann das Gerät in der Regel entsperrt werden, indem ein zuvor beim Anbieter angeforderter Entsperrcode eingegeben wird. Nach der Entsperrung ist das Handy oder Smartphone nicht mehr an die Nutzung bestimmter Tarife, Netze oder SIM-Karten gebunden.

Möchte man das Gerät vor Ablauf der Frist mit der SIM-Karte eines anderen Anbieters nutzen, fallen für die Freischaltung in der Regel Gebühren von rund 100 Euro an. Um das Handy zu entsperren benötigt man die 15-stellige IMEI-Nummer (International Mobile Equipment Identity), die sich im Geräteinneren unter dem Akku befindet oder sich durch die Eingabe der Tastenkombination „*#06#“ auf dem Handydisplay anzeigen lässt. Je nach Anbieter kann die IMEI-Nummer dann via Formular, Email, Telefon oder über eine Webseite übermittelt werden.

Die Gesetzeslage zum Simlock kann von Land zu Land sehr unterschiedlich sein. Während der Simlock in manchen Ländern verboten ist, so ist in anderen Ländern wiederum die Entfernung der Sperre strafbar und wird mit Geldbußen sowie mehrjähriger Haft geahndet.